Erinnerung, Gemeinschaft, Hoffnung: Das Geheimnis von Pfingsten
Predigttext: Joh 14,26 / Apg 2,1–12
Anlass: Pfingstsonntag
Pfingsten beginnt mit einer merkwürdigen Szene
Es ist dunkel. Die Tür ist verriegelt.
Petrus sitzt auf dem Boden, den Rücken an die Wand. Neben ihm Maria Magdalena, die Hände im Schoß. Niemand spricht. Von der Straße hört man Stimmen – Römer? Tempelwächter? – und Petrus hält den Atem an. Die Erfahrungen der vergangenen Wochen waren erschütternd. Der traumatische und schreckliche Tod Jesu. Diese seltsamen Begegnungen mit dem Auferstandenen. Der Abschied an Himmelfahrt.
Und dann spüren sie, wie etwas sich in ihnen regt. Eine Kraft. Ein Feuer. Sie können nicht mehr schweigen. Sie gehen auf die Straße, verlassen ihre versteckten Zimmer, erzählen von dem, was sie erlebt haben. Und die Leute reagieren verwirrt. Was passiert hier? Haben die zu viel Wein getrunken?
Mit dieser Frage beginnt die Pfingstgeschichte.
Ein kleiner Hinweis am Rande
Manche haben sich gewundert, als ich sagte: Ich predige an Pfingsten über einen Udo-Jürgens-Song. Manche haben mir gesagt: „Matthias, du predigst über Griechischer Wein? Hast du selbst zu viel davon getrunken?“
Dieser Song sagt uns etwas über Pfingsten. Und diese Gedanken möchte ich gerne heute mit euch teilen.
Eine Kneipe im Ruhrgebiet, 1974
Wir schreiben das Jahr 1974, irgendwo im Ruhrgebiet. Eine Kneipe, spät am Abend. Licht fällt durch die Tür. Drinnen sitzen Männer mit schwarzem Haar, mit braunen Augen. Einer hält ein Glas Wein und singt. Es ist griechischer Wein. Und es ist kein fröhliches Lied.
Udo Jürgens hat diesen Moment entdeckt. Michael Kunze, sein Texter, beschrieb die Szene – und Jürgens erkannte sofort: Das ist es.
Da saßen sie also. Gastarbeiter – so nannte man sie damals. Deutschland hatte sie in den 1960er Jahren angeworben, um die boomende Wirtschaft am Laufen zu halten. Unter ihnen: 250.000 Griechen. Männer und Frauen, die ihre Familien in der Heimat zurückgelassen hatten. Sie kamen, um Geld zu verdienen, um auszubrechen aus der bitteren Armut, aus der Militärdiktatur, die Griechenland damals beherrschte. Auch Frauen waren darunter. Die Aufenthaltsgenehmigungen galten immer nur ein Jahr – sie sollten keine Wurzeln schlagen. Und doch: Viele blieben. Als der Arbeitsmarkt zehn Jahre später das alles nicht mehr hergab, eröffneten sie Läden, Tavernen, Wirtshäuser. Sie bauten sich eine Welt im Fremden.
Der Song traf den Nerv der Zeit. Er wurde eine Nummer-1-Single – die einzige von Udo Jürgens. Und er erzählt von zwei Erfahrungen, die etwas mit Pfingsten zu tun haben: von Erinnerung, von Hoffnung und von der Gemeinschaft, die beides trägt.
Erinnerung – der Geist, der uns zurückfindet
Das Lied erzählt von einer Sehnsucht. Von Träumen von daheim. Von Menschen, die ihre Heimat vermissen, die älter werden in der Fremde, die ihre Kinder nicht aufwachsen sehen. Die Erinnerung schmerzt. Und sie trägt. Sie hält aufrecht in der Fremde. Sie sagt: Du bist mehr als dieser Abend, du gehörst irgendwo hin. Es gibt Menschen, zu denen du gehörst.
Und hier ist die erste Brücke zu Pfingsten.
Jesus sagt im Johannesevangelium, kurz bevor er von seinen Jüngern Abschied nimmt: Der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
Der Geist erinnert. Das ist keine sentimentale Nostalgie. Es ist etwas Lebenswichtiges. Wer sich selbst vergisst, verliert Halt. Der Geist erinnert die Jünger: Es gibt noch mehr als diesen Moment. Es gibt die Stimme Jesu, seine Worte, die Erfahrung seiner Nähe.
Das ist eine Kraft. Wo Menschen sich erinnern an das, was ihnen Halt gibt, an Momente, in denen sie gespürt haben: Ich bin nicht allein – da wirkt dieser Geist. Da hält er fest, was zu verschwinden droht. Da gibt er Menschen sich selbst zurück.
Ich sehe das in der Klinik. Menschen in schwierigen Zeiten. Menschen, die durch Krankheit, durch Erschöpfung, durch Schmerz, durch Trauer den Faden zu sich selbst verloren haben. Und dann kommt ein Bild, ein Moment – und etwas ist wieder da. Eine Frau, die im Krankenhaus liegt, erzählt mir von ihrem Garten. Von den Tomaten, die sie jedes Jahr pflanzt. Sie hat die Augen geschlossen, aber ich sehe, wie sie atmet – anders als vorher. Tiefer. Die Erinnerung an ihren Garten gibt ihr sich selbst zurück. Ein Mann, der nicht mehr sprechen kann, hört ein Lied – das Lied, das seine Frau ihm vor fünfzig Jahren vorgespielt hat. Und sein Gesicht verändert sich. Die Erinnerung sagt: Du bist nicht nur dieser Körper, der nicht mehr gehorcht. Du bist der, der geliebt wurde. Du bist der, der geliebt hat.
Das ist nicht wenig. Menschen leben von der Erinnerung an das, was sie trägt. Und ich glaube: Da, wo Menschen das erleben, da spüren sie etwas von diesem Geist Gottes. Das bewirkt der Geist Gottes – dass Menschen sich erinnern: Wer bin ich eigentlich? Und was trägt mich?
Und dieser Geist Gottes erinnert mich: Ich bin Gottes Kind. Auch in meiner schweren Zeit.
Gemeinschaft und Hoffnung – die Kraft, die weiterträgt
Udo Jürgens wusste von Anfang an, was er mit dem Lied nicht wollte: keine Touristen-Klischees, keine Akropolis, keine Bouzouki am Strand. Er wollte die Wirklichkeit der Menschen – die, die wirklich da waren, die, die niemand sehen wollte.
Pfingsten ist kein Klischee-Fest. Der Geist kommt mitten ins Leben.
Diese Gastarbeiter sitzen nicht allein. Da sind andere Menschen, die ihr Schicksal teilen, die dieselbe Fremde kennen, dieselbe Sprache sprechen, dieselbe Sehnsucht tragen. Sie sitzen zusammen. Und dann tritt da jemand in diese Runde – der Erzähler dieses Liedes.
Dabei passiert etwas Bemerkenswertes: Er betritt ihre Welt. Er wird in der Welt der Gastarbeiter selbst zum Gast. Wer in die Welt des anderen eintritt, wird selbst verwandelt. Der Erzähler kommt als Beobachter und geht als jemand, dem die Sehnsucht dieser Menschen unter die Haut gegangen ist.
Von dieser Verwandlung erzählt auch die Pfingstgeschichte. In der Apostelgeschichte strömen Menschen aus allen Himmelsrichtungen nach Jerusalem – aus Ägypten und Libyen, aus Kreta und Arabien. Als die Jünger, beseelt vom Geist Gottes, von ihren Erfahrungen erzählen, hört jeder das in seiner eigenen Sprache. Der Geist schafft Verständigung, wo sie vorher unmöglich schien.
Diese Gemeinschaft, die da entsteht, ist keine fromme Idylle. Sie ist eine echte Kraft. Und sie trägt Hoffnung in sich. Wer mit anderen zusammen ist, die dasselbe kennen – dieselbe Fremde, dieselbe Erschöpfung, dieselbe Ungewissheit –, der spürt: Diese Fremde hier ist nicht das Letzte. Es gibt noch etwas, das größer ist als dieser Abend. Nicht weil die Lage sich verändert hat, sondern weil da jemand sitzt, der dasselbe kennt – und trotzdem noch da ist.
Das ist Hoffnung, die geteilt wird. Menschen stärken sich durch Gegenwart, durch ehrliche Nähe, durch das, was zwischen ihnen entsteht, wenn sie ehrlich miteinander sind.
Ich sehe das auch in der Klinik. Zwei Menschen, die sich vorher nicht kannten, sitzen nebeneinander. Sie haben unterschiedliche Diagnosen, unterschiedliche Lebensgeschichten. Und doch: Sie erkennen sich. Einer sagt etwas, das der andere schon lange gedacht, aber nicht ausgesprochen hat. Und plötzlich öffnet sich etwas. Ein neuer Blick. Ein Weg, der sich zeigt. Die Krankheit ist noch da – aber jemand sitzt daneben und sagt: Ich kenne das. Und ich bin noch da.
Das ist Hoffnung als Gabe des Geistes: eine Kraft, die in der Gemeinschaft wächst, die trägt, auch ohne Garantie.
Dieser Geist Gottes gibt mir Hoffnung, dass mein Weg weiter gehen wird. Er gibt mir die Hoffnung, dass die Dunkelheit nicht das letzte Wort hat.
Das Feuer in ihren Herzen
Und dann – zurück zu Pfingsten. Zurück zu Petrus und Maria Magdalena und den anderen, die in diesem dunklen Zimmer saßen.
Das Feuer kommt. Als Kraft, die sie ergreift. Ihr Herz brennt. Sie spüren, wie etwas in ihnen Feuer fängt.
Und dieses Feuer treibt sie hinaus. Petrus, der Jesus verleugnet hat, steht auf und geht auf die Straße. Maria Magdalena, die alles verloren hat, öffnet die Tür. Sie können nicht mehr schweigen. Sie müssen erzählen. Von Jesus. Von dem, was sie erlebt haben. Von der Auferstehung. Von der Liebe, die stärker ist als der Tod.
Und die Leute fragen: Haben die zu viel Wein getrunken?
Vielleicht ist das die beste Frage, die man stellen kann. Weil sie zeigt: Etwas hat sich verändert. Diese Menschen sind nicht mehr die Angsterfüllten, die sich versteckt haben. Sie sind lebendig. Sie brennen. Und das ist so ungewöhnlich, dass die einzige Erklärung, die die Leute haben, ist: Die müssen betrunken sein.
Aber nein. Sie sind nicht betrunken. Sie sind erfüllt. Erfüllt vom Geist Gottes. Erfüllt von der Erinnerung an Jesus. Erfüllt von der Hoffnung, dass das, was sie erlebt haben, nicht zu Ende ist. Erfüllt von der Gemeinschaft mit anderen, die dasselbe wissen.
Das ist Pfingsten.
Wenn Menschen zusammen singen
Udo Jürgens hat einmal erzählt, was ihm an diesem Lied am meisten bedeutete. Nicht der Charterfolg, nicht die Auszeichnungen – sondern der Moment, wenn Menschen irgendwo zusammensitzen und dieses Lied singen. Gemeinsam, ohne Bühne, ohne Mikrofon. Das war für ihn der eigentliche Ritterschlag.
Das erleben wir auch hier, wenn wir miteinander singen. Menschen, die sich kaum kennen, mit ganz verschiedenen Geschichten – und dann singen sie dieselbe Melodie. Und in diesem Moment gehören sie zusammen.
Das ist der Grund, warum ich heute, an Pfingsten mit Ihnen über dieses Lied nachdenken wollte.
Es hat eine Botschaft, die wir an Pfingsten entdecken können.
Wir sind nicht mehr Einzelne, sondern eine Gemeinschaft.
Eine Erinnerungsgemeinschaft, die Kraft schöpft aus dem Wissen, was uns trägt.
Eine Hoffnungsgemeinschaft, die Kraft schöpft, weil der Geist Gottes uns Zukunft schenkt.Eine Gemeinschaft, deren Herz brennt – vor Leben.
Amen.
Quellenangaben
Bibelzitate (Lutherbibel 2017, © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart):
- Joh 14,26
- Apg 2,1–12
Alle Bibelstellen online abrufbar unter: www.die-bibel.de
Song:
Udo Jürgens / Michael Kunze: Griechischer Wein (1974). Text: Michael Kunze. Musik: Udo Jürgens. © Melodie der Welt / Aris Music.
Zum Nachlesen und -hören zum Hintergrund dieses Liedes und der Geschichte der Gastarbeiter:
Podcast:
Griechischer Wein – Geschichte eines Liedes, in: 100 Songs. Geschichte wird gemacht, ORF Ö1 Radio-Kolleg, 2024. Gestaltung: Stefan Niederwieser.
Zusatzmaterial zur Predigt
I. FRAGEN FÜR TAGEBUCH UND SEELSORGE
Diese Fragen laden Sie ein, die Themen der Predigt in Ihre eigene Lebensgeschichte zu übersetzen. Sie sind gedacht für die stille Reflexion im Tagebuch oder für ein vertrauliches Seelsorgegespräch – als Werkzeuge der Selbstentdeckung, nicht der Belehrung.
Frage 1: Erinnerung als Halt
Wenn Sie an einen Moment in Ihrem Leben denken, in dem Sie sich selbst wiedergefunden haben – in dem eine Erinnerung, ein Bild, eine Stimme Sie zurückgebracht hat zu dem, wer Sie wirklich sind: Was war dieser Moment? Und wer oder was hat Ihnen geholfen, diesen Moment zu spüren?
Frage 2: Gemeinschaft und das Feuer
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen mit jemandem zusammen, der genau das kennt, was Sie gerade durchmachen – nicht um es zu lösen, sondern einfach, um es zu teilen. Was würde sich in Ihnen verändern, wenn Sie wüssten: Ich bin nicht allein mit dem, was ich fühle?
II. EXEGETISCHE UND DOGMATISCHE IMPULSE FÜR DEN HAUSKREIS
Diese Impulse vertiefen theologische Dimensionen, die in der Predigt nur angedeutet werden konnten. Sie sind gedacht für gemeinsames Bibelstudium – zum Fragen, Diskutieren, Entdecken.
Impuls 1: Der Geist erinnert – Joh 14,26 und die Frage: Bewahren oder Erneuern?
Der Text:
„Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ (Joh 14,26, Lutherbibel 2017)
Im Johannesevangelium ist der Heilige Geist eine Kraft der Erinnerung und des Verstehens – kein Geist der Ekstase oder der Begeisterung wie in der Apostelgeschichte.
Jesus sagt seinen Jüngern nicht: Der Geist wird euch ganz neue Wahrheiten zeigen. Er sagt: Der Geist wird euch an das erinnern, was ich euch bereits gesagt habe – und er wird es euch in immer tieferer Weise verständlich machen.
Erinnerung ist hier eine lebendige Kraft. Wenn der Geist euch erinnert, wird das Alte neu lebendig. Es leuchtet auf. Es zeigt sich in neuem Licht. Es ist das Alte, das plötzlich verstanden wird.
Wie bei einem alten Lied: Wenn Sie es nach vielen Jahren wieder hören, ist es das gleiche Lied. Aber Sie verstehen es anders. Es berührt Sie anders. Es ist lebendig geworden.
Die Spannung:
Soll der Heilige Geist die Kirche bewahren oder erneuern? Diese Frage ist alt, und sie ist nicht entschieden.
Manche sagen: Der Geist schafft immer wieder Neues. Er führt die Kirche in neue Wahrheiten. Er ist dynamisch, lebendig, überraschend.
Andere sagen: Der Geist bewahrt und vertieft das Alte. Er schützt die Kirche davor, vom Weg abzukommen. Er ist Treue, Kontinuität, Beständigkeit.
Johannes antwortet: Beides zusammen. Der Geist erinnert an das Wort Jesu – und in dieser Erinnerung erschließt sich Neues. Die Erneuerung kommt nicht aus dem Nichts. Sie kommt aus der Vertiefung dessen, was bereits gegeben ist.
Frage für den Hauskreis:
Wo erleben Sie das in Ihrem eigenen Glauben – dass eine alte Wahrheit plötzlich neu leuchtet? Wo haben Sie gemerkt: Das habe ich schon hundertmal gehört – und plötzlich verstehe ich es ganz anders?
Impuls 2: Pfingsten – das Wunder, sich zu verstehen – Apg 2,1–12 und die Frage: Einheit oder Vielfalt?
Das Rätsel:
Die Pfingstgeschichte ist rätselhaft. Die Jünger sprechen, und doch verstehen die Zuhörer jeder in seiner eigenen Sprache. Wie kann das sein?
Manche denken: Die Jünger sprechen in Zungen – in einer heiligen Sprache, die niemand versteht. Aber das erzählt Lukas nicht. Hier passiert etwas anderes: Die Menschen verstehen sich gegenseitig.
Lukas erzählt von einem Wunder der Verständigung. Die Jünger sprechen von den großen Taten Gottes – und jeder hört es in seiner eigenen Sprache. Der Grieche versteht Griechisch. Der Römer versteht Lateinisch. Der Ägypter versteht Ägyptisch.
Das ist das Gegenteil von Babel. In der Geschichte vom Turm zu Babel verwirrt Gott die Sprachen – die Menschen können sich nicht mehr verstehen, und alles zerfällt. Pfingsten hebt das auf. Plötzlich können Menschen verschiedener Sprachen sich wieder verstehen. Der Geist Gottes schafft Verständigung.
Die Spannung:
Kann die Kirche eins sein, wenn sie vielfältig ist?
Manche denken: Einheit bedeutet, dass alle das Gleiche glauben, alle die gleiche Sprache sprechen, alle die gleiche Kultur haben. Nur dann sind wir wirklich eins.
Pfingsten sagt etwas anderes: Einheit ist nicht Uniformität. Die Kirche kann sich in verschiedenen Kulturen ausdrücken, verschiedene Sprachen sprechen, verschiedene Wege gehen – und trotzdem, oder gerade deswegen, eins sein. Weil der Geist Gottes die Verständigung schafft.
Das hat Konsequenzen: Ich muss nicht so werden wie du, damit wir uns verstehen. Ich kann ich selbst bleiben – und du kannst du selbst bleiben. Der Geist Gottes wirkt zwischen uns.
Frage für den Hauskreis:
Wo erleben Sie in Ihrer Gemeinde diese Spannung – zwischen dem Wunsch nach einer gemeinsamen Sprache und dem Respekt vor der Vielfalt? Wo ist es schwierig, sich zu verstehen – obwohl ihr alle Christen seid? Und wo erleben Sie Momente, in denen Verständigung plötzlich möglich wird?
III. GEBETMEDITATION ZUM TEXT
Dieses Gebet lädt Sie ein, die Kraft von Pfingsten zu erleben – Erinnerung, Gemeinschaft und das Feuer des Lebens. Sie können es laut sprechen, allein oder in einer Gruppe. Lassen Sie Pausen entstehen. Atmen Sie.
Gott,
ich sitze hier. Und ich spüre: Es gibt etwas, das ich nicht vergessen soll.
Es gibt Worte, die mir gesagt wurden. Momente, in denen ich mich selbst gefunden habe. Menschen, die mich geliebt haben. Erfahrungen, in denen ich gespürt habe: Ich bin nicht allein.
Hilf mir, das nicht zu vergessen.
Diese Erinnerung trägt mich. Sie sagt: Du bist mehr als dieser Moment. Du gehörst irgendwo hin. Es gibt etwas, das größer ist als deine Angst.
Gott,
ich sitze hier. Und ich spüre: Ich bin nicht allein.
Neben mir sitzen andere. Menschen, die das Gleiche kennen. Die das Gleiche durchmachen. Die die gleiche Hoffnung haben. Und in dieser Gemeinschaft wird mir leicht ums Herz.
Die Probleme sind noch da. Aber ich weiß: Ich muss das nicht allein tragen.
Gib mir diese Gemeinschaft. Gib mir Menschen, die mich verstehen. Und gib mir die Kraft, auch für andere da zu sein – einfach durch meine Präsenz.
Gott,
ich sitze hier. Und ich spüre: Es gibt ein Feuer in mir.
Es ist die Wärme des Lebens. Die Kraft, die mich antreibt. Die Liebe, die in mir brennt.
Entzünde dieses Feuer in mir.
Lass mich lebendig sein. Lass mich brennen für das, was mir wichtig ist. Lass mich nicht erstarren in Resignation oder Hoffnungslosigkeit.
Und treib mich hinaus. Lass mich erzählen von dem, was ich erlebt habe. Lass mich teilen, was mich trägt. Lass mich anderen Hoffnung geben, einfach dadurch, dass ich selbst hoffnungsvoll bin.
Gott,
ich danke dir für die Erinnerung, die mich trägt.
Ich danke dir für die Gemeinschaft, die mich hält.
Ich danke dir für das Feuer, das in mir brennt.
Und ich bitte dich: Lass mich das spüren. Mit meinem ganzen Herzen.
Amen.

