
Ich bin Pfarrer in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau – seit über 30 Jahren. Seit Dezember 2022 begleite ich Menschen als Klinik- und Hospizseelsorger im Nassauer Land.
Meine Gemeinderäume sind keine Kirchenbänke mehr, sondern Klinikflure. Meine Gesprächspartner: Patientinnen und Patienten, Angehörige, Pflegende, Ärztinnen – kurz: alle, die dort arbeiten, leben, kämpfen, trauern, neu anfangen.
Diese Gemeinde kommt aus allen Richtungen, aus verschiedenen Religionen und Weltanschauungen. Sie bleibt oft nur für Tage. Und gerade das macht sie besonders.
In meiner Familie gab es früher einen Brunnenbauer. Das Bild inspiriert mich bis heute: Menschen helfen, ihre eigenen Quellen zu finden. Das, was ihnen Kraft gibt.
Mehr über meine Theologie und Spiritualität finden Sie auf meinem zweiten Blog: unter-weitem-Himmel.de
….meine Gemeinde und ihre Orte…
– St. Elisabeth, Lahnstein
– Kliniken Lahnhöhe, Lahnstein
– Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Katzenelnbogen
– Hospiz Nassau
…und was mir wichtig ist…
…im Gespräch miteinander
„Jenseits von richtig und falsch
gibt es einen Ort.
Dort treffen wir uns.“
Sinngemäß nach: Dschalal ad-Din Muhammad Rumi,
„Ich bin Wind und du bist Feuer. Leben und Werk des großen Mystikers“, übersetzt von Annemarie Schimmel
(Diederichs Verlag, 2003, S. 95
Seitenangabe nach älterer Auflage, ggf. abweichend in Neuauflagen.)
Dieser Gedanke trägt mich. Er erinnert daran, dass echte Begegnung jenseits von Bewertung und Urteil beginnt.
In der Seelsorge bedeutet das für mich: zuhören, da sein, den anderen in seiner Wahrheit ernst nehmen – ohne vorschnelle Antworten.
…im Glauben an Gott
Gott spricht: Ich werde sein, der ich sein werde.
Die Bibel in Exodus 3,14
Gott entzieht sich unseren festen Bildern. Er bleibt immer größer, immer anders – und doch überraschend nah.
Das befreit mich davon, Gott erklären zu müssen. Ich kann stattdessen neugierig sein – auf das, was den anderen trägt.