Ich halte einen Moment inne.
Jetzt bin ich hier. Hier in diesem Raum, in dieser Stunde. Wie bin ich hier? Was trage ich mit in diesen Morgen? Was liegt auf meiner Seele – schwer oder leicht?
Ich spüre nach: Wie schaut Gott mich heute an?
Mit Freundlichkeit, Güte, Barmherzigkeit, vielleicht sogar mit einem Lächeln?
Ich halte meine Hände vor mich.
In meiner einen Hand liegt all das, für das ich dankbar bin: meine Gaben, meine Erfolge, das, was mir leichtfällt, worauf ich stolz sein kann.
In der anderen Hand sammle ich, was mir schwerfällt: meine Unsicherheiten, die Fragmente meines Lebens, meine Um- und Irrwege.
Ich lege meine Hände ineinander.
Ich umarme in mir das Starke und das Schwache, den Glauben und den Zweifel, das Helle und das Dunkle. Beides gehört zu mir. So hat Gott mich geschaffen – als ganzen, einzigartigen Menschen.
In diesem Innehalten berühre ich den heiligen Raum auf dem Grund meiner Seele. Dort muss ich nicht ganz sein. Dort darf ich sein, wie ich bin. Dort bin ich sicher.
Ich öffne meine Hände nach unten.
Ich überlasse alles der Barmherzigkeit Gottes. Die Schönheit und den Schmerz, die Kostbarkeit und die Fragmente. Ich vertraue mich ihm an.
Ich strecke mich aus nach oben – zum Himmel, zum Licht, zu Gott.
Herr, kehre ein in dieses Haus meiner Seele, in dieses Haus unserer Gemeinschaft, in dieses Haus um uns.
Dein Friede sei über uns, dein Atem in uns, dein Segen um uns.
Amen.