Eine weihnachtliche Andacht im Hospiz: Maria bewegte dies im Herzen
Es gibt einen Satz in der Weihnachtsgeschichte, der leicht überlesen wird. Zwischen all den Engeln und Hirten steht er da, fast unscheinbar: „Maria aber bewahrte alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.“
Während um sie herum alles in Bewegung ist – Menschen kommen und gehen, erzählen und staunen – zieht Maria sich zurück.
Nach innen.
Ins Herz.
Was für ein merkwürdiges Wort: bewegen.
Als wäre das Herz ein Raum, in dem man Dinge hin- und herwenden kann. Als wäre Erinnern etwas Lebendiges.
Wenn Maria uns etwas zeigt, dann das: Es gibt eine Zeit, in der das Äußere still wird – und das Innere beginnt. Eine Zeit, in der man nicht mehr für andere funktionieren muss. In der man hören darf, was in einem selbst nachklingt.
Vielleicht sind es Erinnerungen – ein Gesicht, das immer wieder auftaucht. Ein Moment, zu dem Sie zurückkehren. Eine Szene, die hell leuchtet.
Vielleicht sind es Worte – ein Satz, der getragen hat. Eine Stimme, die nachhallt.
Oder vielleicht ist es das Tragende selbst – das, was Sie durch die Jahre getragen hat. Auch wenn Sie es nicht benennen können.
Wenn das Leben leiser wird, beginnt eine andere Bewegung. Im Herzen.
Das ist das Geschenk der Weihnachtsgeschichte:
Du darfst bewegen, was dich bewegt hat.
Und dabei wirst du nicht allein sein.
Gott ist dort, wo das Herz sich öffnet. Wo Erinnerungen lebendig werden. Wo Schmerz und Dankbarkeit nebeneinander sein dürfen.
Möge Ihnen diese Zeit gegeben sein – die Zeit, in der Sie nicht mehr tun müssen. Die Zeit, in der Sie einfach sein dürfen.
Und möge Gottes Friede Sie dabei umgeben und tragen.
Amen.