Ja, ist denn schon wieder Weihnachten?
„Ja, ist schon wieder Weihnachten?“ Plötzlich ist es da. Nicht angekündigt. Nicht vorbereitet. Es schiebt sich hinein zwischen Termine und Müdigkeit, zwischen das, was noch zu erledigen wäre, und das, wofür die Kraft fehlt. Zwischen Nachrichten, die uns verfolgen, und Gedanken, die nicht zur Ruhe kommen.
Und dann diese alte, vertraute Geschichte. Unscheinbar erzählt.
Ein Kind wird geboren. Nachts. In einem Stall. Abseits von allem, was glänzt. Weit entfernt von jeder Hochglanz-Idylle.
Hirten kommen. Menschen vom Rand. Übernächtigt, erschöpft, mit staubigen Kleidern. Sie bringen nichts mit. Keine Geschenke. Keine besonderen Worte. Nur sich selbst. Leere Hände.
Vielleicht ist genau das der Kern dieser Nacht: Nicht die Inszenierung. Sondern die Gegenwart. Ankommen, wo man gerade steht. Mit dem, was ist – nicht mit dem, was fehlen könnte.
Weihnachten muss nichts beweisen. Es darf eng sein. Rau. Unfertig.
Dieses Fest gelingt nicht durch Programme. Sondern durch das, was bleibt: Menschen, die einander aushalten. Nähe ohne Anspruch. Zeit ohne Eile.
Einfach da sein.
Das ist das Geschenk, das niemand kaufen kann: Deine Präsenz. Dein Bleiben.
Du darfst ankommen. Bei dir selbst. Bei den Menschen, die dir wichtig sind. Und – wenn man diesem alten Text traut – auch bei Gott.
„Ja, ist denn schon wieder Weihnachten?“ Ja. Endlich.