
Weben an der Erinnerung
Seelsorge im Hospiz fragt nicht nach dem richtigen Glauben. Sie fragt, was einen Menschen trägt – und was bleibt. Ein Text über das stille Handwerk der Begleitung.
Klinikseelsorge im Evangelischen Dekanat Nassauer Land

Seelsorge im Hospiz fragt nicht nach dem richtigen Glauben. Sie fragt, was einen Menschen trägt – und was bleibt. Ein Text über das stille Handwerk der Begleitung.

Trauern heißt Loslassen und Bewahren zugleich. Dieser Segen begleitet beides – mit den Händen, mit Stille, mit Hoffnung.

Mehrmals im Jahr halten wir inne. Für die Menschen, die eine Zeit lang Gäste in unserem Hospiz waren – und für alle, die sie begleitet haben. Eine Feier der Erinnerung, der Dankbarkeit und des Abschieds.

Manchmal, wenn der Tag sich neigt, öffne ich das Fenster der Erinnerung. Und du bist da – nicht mehr greifbar, aber unendlich gegenwärtig.

Manche Dinge vergehen. Die Zeit. Die Stimmen. Die Hände, die uns hielten. Und doch gibt es etwas, das bleibt. Eine Meditation für zwei Stimmen – und für alle, die jemanden vermissen.