Meditatives Morgengebet


1) Ankommen

Setz dich aufrecht hin. Stell die Füße flach auf den Boden. Lass Schultern und Gesicht weich werden. Atme ruhig – und sage beim Ausatmen leise, in dich hinein: „Hier bin ich.“

Spür: Der Tag ist im Werden. Du bist im Werden


2) Loslassen – Hände nach unten

Dreh die Handflächen nach unten – gib die Schwere an die Erde ab. Atme weiter – und sprich beim Ausatmen in dich hinein: „Ich lasse los.“

Was trägst du noch aus der Nacht?
Was liegt auf dir, bevor der Tag überhaupt begonnen hat?

Gebet (leise): Gott, ich lege ab, was ich nicht mit mir tragen muss. Die Sorgen, die größer sind als ich. Die Dinge, die nicht in meiner Hand liegen. Lass meine Hände frei werden – für das, was heute wirklich zählt.


3) Öffnen – Hände wie eine Schale

Öffne deine Hände im Schoß, Handflächen nach oben – wie eine Schale. Atme weiter – und sprich innerlich beim Ausatmen: „Ich bin bereit.“

Halte die Schale offen. Du weißt noch nicht, was dieser Tag bringen wird – Überraschendes, Schweres, vielleicht ein unerwartetes Geschenk. \
Frag dich: Was brauche ich heute? Worauf bin ich angewiesen?

Gebet (leise): Gott, ich öffne diesen Tag vor dir. Ich weiß nicht, was er bringt. Aber ich vertraue: Aus deiner Hand kommt, was ich brauche – durch Menschen, durch kleine Zeichen, durch Augenblicke, die ich vielleicht erst später verstehe. Mach mich empfangsbereit.


4) Tragen – Hände aufs Herz

Lege deine Hände in deine Herzregion. Spür den warmen Druck deiner Berührung. Atme weiter – und sprich innerlich beim Ausatmen: „Ich trage dich mit.“

Frag dich: Wen nehme ich in meinem Herzen mit in diesen Tag? Wer liegt mir auf dem Herzen – noch bevor der Tag beginnt?

(Stille)

Denke an die Menschen, die dir wichtig sind, mit denen du verbunden bist.

Gebet (leise): Gott, du kennst die, die ich im Herzen trage. Mit denen ich verbunden bin. \
Segne sie, gib ihnen das, was sie heute brauchen.
Bewahre sie auf ihrem Weg durch den Tag.


5) Segnen – Hände, die segnen

Heb die Hände vor dein Herz, Handflächen leicht nach vorn geöffnet – ein kleines, klares Segenszeichen. Atme weiter – und sprich beim Ausatmen: „Segen über dir.“

Sei ein Segen für die Menschen, denen du heutet begegnest. In Gesprächen, in kleinen Gesten, in einem Lächeln, einem guten Wort.

Gebet (leise): Gott, segne alle, die heute hier sind – die Fragenden, die Erschöpften, die Hoffenden. \
Und lass mich ihnen heute begegnen – aufmerksam, geduldig, gegenwärtig.


6) Aufbrechen – Hände auf den Oberschenkeln

Lege die Hände offen und ruhig auf deine Oberschenkel. Erlaube dem Atem, natürlich zu werden. Sprich leise: „Du gehst mit – ich gehe.“

Spür die Verbundenheit: mit denen, die heute hier sind. Mit denen, die heute mit dir gehen.

(Stille)

Gebet (leise, Abschluss): Gott, du gehst mit. In jeden Raum, zu jedem Menschen, in jeden Moment. Segne diesen Tag – und alle, die ihn mit mir teilen.

Dann öffne langsam die Augen und komm an.


Wir beten gemeinsam: Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.