1) Ankommen
Setz dich aufrecht hin. Stell die Füße flach auf den Boden.
Lass Schultern und Gesicht weich werden.
Atme ruhig – und sage beim Ausatmen leise: „Hier bin ich.“
2) Empfangen
Öffne deine Hände im Schoß, Handflächen nach oben – wie eine Schale.
Atme weiter – und sprich innerlich beim Ausatmen: „Ich empfange.“
Lege innerlich in diese Schale, was heute zu dir kam:
Worte, Begegnungen, kleine Zeichen der Hoffnung.
Frag dich: Was habe ich heute empfangen – durch Worte, Gesten, Gegenwart?
Gebet:
Gott, du schenkst mir durch andere, was ich brauche.
Ich danke dir für alle, die hier arbeiten und für mich sorgen:
für ihre Geduld, ihre Fachkenntnis, ihre Menschlichkeit.
Segne sie und bewahre ihre Kraft.
3) Bewahren
Lege deine Hände auf dein Herz. Spür den warmen Druck deiner Berührung.
Atme weiter – und sprich innerlich beim Ausatmen: „Es ruht in mir.“
Frag dich: Was hat mir heute gutgetan?
Was möchte ich im Herzen bewahren – wie einen kostbaren Schatz?
(Stille)
Denke an die Menschen, die du im Herzen trägst.
Gebet:
Gott, du kennst die, die ich im Herzen trage.
Bewahre sie, wo immer sie sind.
Schenke ihnen, was sie heute brauchen.
4) Segnen
Heb die Hände vor dein Herz, Handflächen leicht nach vorn geöffnet – ein kleines, klares Segenszeichen.
Atme weiter – und sprich beim Ausatmen: „Segen über dir.“
Nimm Menschen in den Blick, die mit dir für eine Zeit verbunden sind: Patient:innen, Angehörige,
Gebet:
Gott, segne alle, die hier mit mir in diesem Haus sind–
die Fragenden, die Erschöpften, die Hoffenden.
Lass sie spüren, dass sie nicht allein sind.
Sei bei denen, die neu in diesem Haus ankommen,
dass sie hier einen geschützten Raum finden
für ihre Wunden an Leib und Seele
und Menschen, die sie willkommen heißen.
Sei bei denen, die in diesen Tagen von hier fortgehen.
Lass Sie bewahren, was Ihnen wichtig geworden ist.
5) Loslassen – Hände nach unten
Dreh die Handflächen nach unten – gib die Schwere an die Erde ab.
Atme weiter – und sprich beim Ausatmen: „Ich lasse los.“
Benenne still, ohne Erklärungen:
Was war heute schwer?
Was kann ich nicht tragen?
Gebet:
Gott, du bist da.
Das genügt.
Ich vertraue Dir alles an.
Segne die Nacht.
Schenke erholsamen Schlaf denen, die schlafen,
und friedvolle Gedanken denen, die wachen.
6) Ruhen – Hände im Schoß
Lass die Hände locker im Schoß ruhen.
Erlaube dem Atem, natürlich zu werden.
Alles, was Dir wichtig ist,
kannst Du Gott anvertrauen in dem Gebet Jesu:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.